Die Leine, selbst gelöst
Am Staffelsee liegt die Jolle der Eltern am Steg, die Segel sind noch angeschlagen. Der Dreijährige bindet sie los und segelt davon. Der Vater muss hinterher.
Inhaber von Sunja Yachting
Segeln gelernt mit drei Jahren auf dem Staffelsee, in Kroatien seit 1994, Kfz-Handwerker von Beruf. Die Geschichte des Mannes, der Ihre Yacht vermittelt – und der sie im Zweifel auch selbst reparieren könnte.
Angaben von Wolfgang Roth. Die Seemeilen sind eine Rechnung aus über 300 Skipperwochen mit jeweils mindestens 150 Seemeilen – eine Untergrenze, keine Logbuchsumme.
Wolfgang Roth ist Inhaber von Sunja Yachting. Er hat mit drei Jahren zum ersten Mal abgelegt, ist gelernter Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker und kam 1994 zum ersten Mal zum Segeln nach Kroatien. Seitdem hat er dort eigene Yachten aufgebaut und verchartert, eine Charterbasis mit rund 60 Schiffen geleitet, Katamarane in Dienst gestellt und aus Frankreich überführt – und mehr als 300 Wochen selbst als Skipper an Bord gestanden. 1998 zog er ganz nach Kroatien.
Von 2002 bis 2024 vertrat er in Kroatien die Kreuzer-Abteilung des Deutschen Segler-Verbands: Für viele Fahrtensegler war er 22 Jahre lang der Mann, den man anruft, wenn an Bord etwas nicht stimmt – Technik, Wetter, Route, Gesundheit. Diese Mischung aus Seemannschaft und Werkstatt ist der Grund, warum Sunja Yachting Yachten nicht nach Katalog vermittelt, sondern nach Erfahrung.
Die folgende Zeitleiste erzählt, wie es dazu kam – vom losgebundenen Boot auf dem Staffelsee bis zum Skippertraining, das er heute selbst gibt.
Kindheit und Jugend
Mit 3 Jahren
Am Staffelsee liegt die Jolle der Eltern am Steg, die Segel sind noch angeschlagen. Der Dreijährige bindet sie los und segelt davon. Der Vater muss hinterher.
Kindheit und Jugend
Die Eltern schenken ihm eine Jolle am Ammersee. Die bayerischen Voralpenseen sind für plötzliche Gewitterböen bekannt – eine gute Schule für jeden, der später auf dem Meer Verantwortung für eine Crew übernimmt.
1980er-Jahre
Zwei Ausbildungen, dazu Sattlerarbeiten für die Wartung. Was nach Umweg klingt, wird später zum Fundament: Dieselmotor, Bordelektrik und Polster verlangen auf einer Yacht dieselben Handgriffe wie in der Werkstatt – nur mit weniger Platz und mehr Salzwasser.
Was das für Ihre Charter heißt: Wer Motor und Elektrik selbst zerlegt hat, hört am Telefon, ob ein Problem an Bord ein Notfall ist oder ein Handgriff.
1994 – 1998
Ein Freund lädt ihn zum Urlaub nach Kroatien ein. Wolfgang Roth legt das kroatische Skipperpatent ab und ist mit dem Motorboot des Freundes in den Kornaten unterwegs: Touren durch das Archipel, Nächte in den Buchten.
Ein Jahr später kauft er ein gebrauchtes Segelboot, eine Oceanis 105, und macht es selbst wieder flott: Motor, neue Segel, Polster, Rumpf und Unterwasserschiff. Mit ihr segelt er mehrere Wochen im Jahr, die Törns führen bis nach Hvar und Vis.
Die Kämpfe auf dem Balkan sind gerade vorbei, als die ersten Anfragen kommen, ob man das Boot mieten könne. Nach anfänglicher Skepsis sagt er zu. In der ersten Saison ist die Yacht rund sechs Wochen verchartert, im Jahr darauf schon 16 Wochen.
Kurz darauf
Die Rechnung geht auf. Er kauft eine Beneteau First 34, Baujahr 1984, und macht den Refit wieder selbst: Segel, Motor, Innenausbau, Polster.
Mit einer Jeanneau Sun Kiss 47, Baujahr 1993, die er für den Charterbetrieb umrüstet, wird er zu einem der ersten Charteranbieter in Sukošan – heute einer der großen Charterstandorte Kroatiens. Die Oceanis fährt weiter im Charter.
1998 zieht er ganz nach Kroatien. Kurz darauf eskaliert der Kosovo-Krieg, Gäste stornieren ihre Buchungen, und ein Charterbetrieb, der gerade erst läuft, muss eine Saison voller Absagen überstehen. Er bleibt.
Gebraucht gekauft, Baujahr 1987, und wieder mit eigenem Refit. Die kleine Flotte umfasst damit Segelyachten und ein Motorboot.
1998 – 2003
Was er auf dem Wasser gelernt hat, gibt er weiter: In diesen Jahren kommen rund hundert Wochen Skippertraining zusammen. In derselben Zeit erwirbt er das kroatische Schifferpatent.
Zu den eigenen Booten kommen die Yachten anderer Eigner: Er verchartert sie als Agentur – der Kern dessen, was Sunja Yachting bis heute tut.
Für den Charteranbieter WestSail leitet er die Basis in Sukošan und an weiteren Standorten und verantwortet die Wartung von rund 60 Schiffen. Er kennt den Charterbetrieb seitdem von der anderen Seite des Stegs: Übergaben, Reparaturen zwischen zwei Crews, Schäden, die bis zum nächsten Törn behoben sein müssen.
Was das für Ihre Charter heißt: Er weiß, worauf es beim Check-in ankommt – und welche Fragen man einer Basis vor der Buchung stellen sollte.
Der Deutsche Segler-Verband fragt an, ob er die Kreuzer-Abteilung in Kroatien vertreten will. Er sagt zu – und bleibt es 22 Jahre lang, bis 2024. In dieser Zeit ist er für viele Fahrtensegler die erste Adresse vor Ort: bei technischen Problemen, bei Fragen zu Wetter und Routenplanung, zur Gesundheit an Bord und zu allem, was auf einer Segelyacht schiefgehen kann.
Er gründet die Charteragentur Sunja Yachting. Mit den Möglichkeiten der Online-Vermarktung wächst die Kundschaft stark. Der Schwerpunkt verschiebt sich: weniger eigene Boote, dafür Vermittlung – weniger Komplexität als der eigene Bestand, bei deutlich mehr Auswahl für die Kunden. Für die Yachten stellt er Skipper ein.
Parallel entsteht ein Reparaturservice für Segel- und Motoryachten: Immer mehr Eigner kaufen neue Yachten in Kroatien und brauchen jemanden, der sie instand hält.
Aus der Praxis
Ein Sonntag, eine gerissene Bugrolle: Innerhalb von 16 Stunden war Hilfe organisiert. Wer bei Sunja Yachting anruft, erreicht jemanden, der die Antwort weiß.
2007 – 2019
Als Crewmitglied segelt er die 1.000-Meilen-Regatta von Zadar bis nach Samos in der Ägäis.
Im Januar 2007 bestellt er auf der Bootsmesse boot Düsseldorf eine Fountaine Pajot Orana 44, im März 2008 wird sie ausgeliefert – einer der ersten Charterkatamarane in Zadar. Mit Klimaanlage, Generator, Rollgennaker und vielen Komfortdetails für den Chartermarkt ist sie bis zu 30 Wochen im Jahr unterwegs.
Dazu kommt Skippertraining auf dem Katamaran, mit einer Frage im Mittelpunkt: Wie fährt man ihn allein? Für den Betrieb gründet er die kroatische Gesellschaft Matrix Yachting d.o.o.

Was das für Ihre Charter heißt: Katamaran-Handling kennt er nicht aus dem Prospekt, sondern aus zehn Jahren im eigenen Charterbetrieb.
Die Lagoon 450 S „Michelangelo“ geht mit Generator und Klimaanlage in Dienst und wird aus Frankreich nach Zadar gebracht. Im selben Jahr kommt ein Kundenauftrag dazu: die Fountaine Pajot Lucia 40 „Minoris“, im Charter bei Matrix Yachting, Reparatur und Wartung inklusive.
Biograd liegt näher an den Kornaten – kürzere Wege in das Revier, in dem für ihn 1994 alles anfing. Dazu kommt ein klimatisierter Sprinter mit neun Sitzen für Flughafentransfers, Proviant-Einkäufe und die Rückfahrt nach One-Way-Törns.
Nach zehn Jahren im Charter verkauft er den Katamaran, mit dem in Zadar alles begann.
Zwei Katamarane gehen in Dienst: die Lagoon 42 „DaVinci“ und die „Infinity“, die ein Investor bei Matrix Yachting in den Charter gibt.
2024 bis heute
Nach 22 Jahren endet 2024 seine Aufgabe für die Kreuzer-Abteilung. Die „Infinity“ wechselt 2024/25 aus dem Charter in die private Nutzung ihres Eigners.
Heute
Wer von ihm lernen will, kann das an Bord: Skippertrainings gibt er selbst. Wartung und Instandhaltung macht er bis heute ebenfalls selbst – der Kfz-Mechaniker ist nie ganz aus ihm verschwunden.
Zeitleisten zeigen Stationen. Was einen Skipper ausmacht, passiert zwischen den Stationen – auf dem Wasser.
Jede davon mit mindestens 150 Seemeilen – zusammen mehr als 45.000 Seemeilen, gut zweimal der Erdumfang am Äquator.
Durch das Mittelmeer von Frankreich nach Kroatien – Nachtfahrten, offene See, wechselndes Wetter, keine Charterbasis um die Ecke.
2007 als Crewmitglied, quer durch Adria, Ionisches Meer und Ägäis.
Von den British Virgin Islands bis nach Grenada – ein Revier mit Passatwind, Atlantikdünung und ganz anderen Regeln als die Adria.
Jede dieser Yachten hat Wolfgang Roth selbst übernommen, umgebaut oder in Dienst gestellt – vom gebrauchten Einrumpfer, den er in Eigenarbeit überholt hat, bis zum neuen Katamaran mit Generator und Klimaanlage.
| Jahr | Yacht | Was er daraus gemacht hat |
|---|---|---|
| 1995 | Oceanis 105 | Gebraucht gekauft, Refit in Eigenarbeit: Motor, Segel, Polster, Rumpf, Unterwasserschiff. Erste Charterwochen ab 1995. |
| kurz darauf | Beneteau First 34, Baujahr 1984 | Refit in Eigenarbeit: Segel, Motor, Innenausbau, Polster. |
| 1998 | Jeanneau Sun Kiss 47, Baujahr 1993 | Für den Charter umgerüstet, Standort Sukošan. |
| 1998 | Adria 1002 (Motoryacht), Baujahr 1987 | Gebraucht gekauft, Refit in Eigenarbeit. |
| 2008 – 2018 | Fountaine Pajot Orana 44 | Auf der boot Düsseldorf bestellt, mit Klimaanlage, Generator und Rollgennaker ausgerüstet, bis zu 30 Charterwochen im Jahr. |
| 2017 | Lagoon 450 S „Michelangelo“ | Mit Generator und Klimaanlage in Dienst gestellt, aus Frankreich nach Zadar gebracht. |
| 2017 | Fountaine Pajot Lucia 40 „Minoris“ | Kundenauftrag: Charter, Reparatur und Wartung bei Matrix Yachting. |
| 2019 | Lagoon 42 „DaVinci“ | In Dienst gestellt. |
| 2019 – 2024/25 | Katamaran „Infinity“ | Investorenyacht im Charter bei Matrix Yachting, seit 2024/25 in privater Nutzung. |
Sechs Themen, bei denen hinter der Antwort eigene Praxis steht – nicht angelesenes Wissen.
Motor, Bordelektrik, Polster: gelernter Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker, jeder Refit in Eigenarbeit, Wartung bis heute selbst.
Seit 2008 im eigenen Charterbetrieb, dazu Skippertraining auf dem Katamaran – auch für die Frage, wie man ihn allein fährt.
Katamaran oder Segelyacht?Zadar, Sukošan, Biograd und die Kornaten kennt er seit 1994 – vom Motorboot, von der eigenen Charteryacht und vom Steg der Basis aus.
Kornaten-Klassiker ab ZadarBasisleitung für rund 60 Yachten, Übergaben, Schadensfälle, Wartung zwischen zwei Crews: Er weiß, wie eine Basis arbeitet.
Mehr als zehn Überführungen von Frankreich nach Kroatien, die 1.000-Meilen-Regatta nach Samos, Törns in der Karibik.
22 Jahre Ansprechpartner der Kreuzer-Abteilung des DSV in Kroatien: Wetter, Route, Technik und Gesundheit an Bord.
Skippertraining in KroatienDie Ratgeberartikel auf dieser Website verantwortet Wolfgang Roth als Autor. Die Törnvorschläge hat er geprüft – Etappen, Ankerplätze und Häfen kennt er aus eigener Anschauung.
Welche Yacht zu Ihrer Crew passt, welcher Hafen im August noch Platz hat, ob ein Katamaran für Einsteiger taugt: Fragen Sie direkt. Sie sprechen mit jemandem, der die Antwort aus eigener Erfahrung kennt.
Inhaber von Sunja Yachting ist Wolfgang Roth. Er segelt seit seinem dritten Lebensjahr, kam 1994 zum ersten Mal nach Kroatien und lebt seit 1998 dort. 1999 begann er, Yachten als Agentur zu verchartern, 2003 gründete er Sunja Yachting.
Wolfgang Roth ist gelernter Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker, hat 1994 das kroatische Skipperpatent und später das kroatische Schifferpatent erworben. Er stand über 300 Wochen als Skipper an Bord, leitete von 2000 bis 2003 eine Charterbasis mit rund 60 Yachten und war von 2002 bis 2024 Vertreter der Kreuzer-Abteilung des Deutschen Segler-Verbands in Kroatien.
Seit 2017 von Biograd na Moru aus, von wo die Kornaten schnell erreichbar sind. Davor war er über viele Jahre in der Region Zadar und in Sukošan tätig, wo er 1998 zu den ersten Charteranbietern gehörte.
Ja. Skippertraining gibt er seit Ende der Neunzigerjahre – zwischen 1998 und 2002 kamen rund hundert Wochen zusammen – und seit 2008 auch auf dem Katamaran, einschließlich der Frage, wie man ihn allein fährt. Heute bietet er Skippertrainings selbst an Bord an.
Matrix Yachting d.o.o. ist die kroatische Gesellschaft von Wolfgang Roth. Er gründete sie für den Charterbetrieb des Katamarans Orana 44, der 2008 in Zadar in Dienst ging. Über Matrix Yachting liefen später weitere Katamarane im Charter sowie Reparatur und Wartung für Eigner.
Lebenslauf nach Angaben von Wolfgang Roth, redaktionell aufbereitet · Zuletzt überarbeitet: 10. September 2026